Lichtermeer

Am Donnerstag, dem 12. Dezember, wiesen Schülerinnen und Schüler der Grazer Caritas-Schulen um 17 Uhr auf die Notwendigkeit von Bildungsabschlüssen hin. Stein des Anstoßes war die drohende Abschiebung einer Schülerin des Abschlussjahrgangs der Caritas-Fachschule in Graz. Kolleginnen und Kollegen initiierten daraufhin das  im Brunnenhof der Grazer Stadtpfarrkirche    abgehaltene Lichtermeer. Die Kundgebung fand in der Freizeit der Jugendlichen statt und versteht sich als Appell für das Recht auf Ausbildungsabschlüsse junger Menschen.

 

Gegen erzwungene Ausbildungs-Abbrüche

In den vergangenen Wochen bewiesen junge Menschen in Graz verstärkt Solidarität. Weil mehrere ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler in Grazer Caritas-Schulen von Abschiebung bedroht sind, gingen Schülerinnen und Schüler nach einem Solidaritäts-Gebet und einer Schulversammlung  nun an die Öffentlichkeit. In ihrer Forderung nach dem Recht auf Ausbildungsabschlüsse werden die Jugendlichen von der steirischen Caritas unterstützt. 

Bildungsabschluss hat Vorrang

„Als Caritas respektieren wir die Gesetzeslage. Gleichzeitig fordern wir aber, dass es für junge Menschen möglich sein muss, ihre angefangene Ausbildung auch abzuschließen.“ Schulbesuch und Lehre seien angesichts der sich oft über mehrere Jahre hinziehenden Asylverfahren eine notwendige Möglichkeit, mit Österreicherinnen und Österreichern regelmäßig in Kontakt zu sein, betont die Caritas der Diözese Graz-Seckau. Sinn mache eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung selbst im Falle einer Abschiebung. „Sollte im Anschluss kein Asylstatus gewährt werden, können die Betroffenen nach einer absolvierten Ausbildung immer noch einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft und deren Entwicklung in ihrer ursprünglichen Heimat leisten“, sagt Rolf Spiegel, der als Bereichsleiter für Bildung und Interkultur seitens der steirischen Caritas für die vier Caritas-Schulen in der Steiermark verantwortlich zeichnet.