Übergangslehrgang 2016/17

Alles deutsch J

Am 14.  November war es endlich so weit: Nach einem zweimonatigen Intensivdeutschkurs konnten 30 ausgewählte SchülerInnen aus sechs verschiedenen Ländern eine der zwei Übergangslehrgänge (ein Bildungsangebot im Rahmen der Privatwirtschaftsverwaltung des Bundes, Träger ist das Bundesministerium für Bildung) in unserer Schule besuchen. Seitdem stehen Englisch, Mathematik, Geschichte, Geographie, Naturwissenschaften, Berufsorientierung, Ethik, Persönlichkeitsentwicklung, Sport, gastronomisches Praktikum und vor allem Deutsch als Fremdsprache auf dem Stundenplan der Jugendlichen. Denn natürlich ist Sprache das zentrale Medium des Lernens. Neben der Förderung der Fertigkeiten Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben und individueller sprachlicher Fähigkeiten ist auch die Stärkung interkultureller Kompetenzen ein wesentliches Element des Unterrichts: Wie verhalte ich mich situativ und kulturell angemessen? Und: Welche ritualisierten Gesprächsformen und Redewendungen brauche ich für eine gelungene Verständigung? Zudem ist ein gegenseitiger Austausch über persönliche Erlebnisse, Träume, Hoffnungen und Ziele in der für die Jugendlichen noch neuen Heimat ein wichtiger Bestandteil des Deutschunterrichts und stärkt das Selbstvertrauen und die Kommunikationsfähigkeit der SchülerInnen. Der größte Wunsch aller ist nämlich ganz einfach dazuzugehören. Durch den Besuch unserer Schule sind sie diesem Wunsch einen großen Schritt nähergekommen.

Wie gut sich viele von ihnen nach so kurzer Zeit in der deutschen Sprache orientieren können, ist beeindruckend. Kein Wunder: Die meisten Jugendlichen haben bereits durch das Lernen anderer Fremdsprachen ein Bewusstsein für Sprachen entwickelt, Lernerfahrungen gesammelt und eigene Lernstrategien entwickelt. Was sie nun brauchen? Eine durchgängige Sprachförderung und einen sprachsensiblen Unterricht in allen Fächern, um ihre Chancen im Schul- und Berufsleben zu erhöhen und so ihre Integration in unsere Gemeinschaft mitzugestalten.

26 SchülerInnen schlossen das Schuljahr positiv ab.

Acht von ihnen werden ab dem Schuljahr 2017/2018  ein Oberstufenrealgymnasium absolvieren, drei eine dreijährige Fachschule, sieben eine einjährige Fachschule.

Acht SchülerInnen werden weiter, im Rahmen von diversen Bildungsangeboten,  ihre Sprachkenntnisse erweitern.

Rita Stahlberg

Übergangslehrgänge

Übergangsstufen

 

 

Als Konsequenz des Flüchtlingszustroms im Herbst 2015 gibt es seit dem Schuljahr 2015/16  ein Bildungsangebot innerhalb der Privatwirtschaftsverwaltung des Bundes. Dieses sind sogenannte Übergangslehrgänge. Zwei dieser Lehrgänge wurden am Schulstandort im Schuljahr 2015/16 erstmals durchgeführt und haben die Aufgabe, jugendlichen Flüchtlingen (die meisten davon unbegleitet), die die Schulpflicht in einem anderen Land abgeschlossen haben, aber dem Unterricht in einer ersten Klasse einer BMHS aus sprachlichen Gründen nicht folgen können, durch ein besseres Erlernen der Unterrichtssprache auf den erfolgreichen Besuch der ersten Klasse einer BMHS vorzubereiten. Neben intensivem Deutschunterricht (10 Stunden pro Woche) wird in weiteren allgemeinbildenden und einem fachpraktischen Fach Unterricht erteilt. Den Abschluss bildet eine Eignungsprüfung.

 

Auch im laufenden Schuljahr werden zwei Lehrgänge geführt (insgesamt 30 TeilnehmerInnen). Auf Grund der Einstufungsprüfungen und der bisherigen Leistungen liegen die Chancen auf eine künftige Eingliederung in das österreichische Bildungssystem sehr hoch. Die jungen Mädchen und Burschen sind sehr motiviert und freuen sich täglich auf den Schulbesuch – das nennt man Motivation!

 


 

Unterrichtsfächer

Neben dem Erlernen der deutschen Sprache werden die jungen Menschen in Unterrichtsfächern wie Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften, Geschichte, Geografie, Sport und Informatik unterrichtet. Aber auch praktische Fächer wie Gastronomie stehen am Stundenplan.

 

Jugendliche als Teil der Schulgemeinschaft

Dabei steht die soziale Integration im Mittelpunkt. Diese Jugendlichen gehören zur Schulgemeinschaft der FW Grabenstraße und für viele von ihnen ist der geregelte Tagesablauf mit den Pflichten einer Schülerin/eines Schülers ein Schritt zur Normalität.

  • Landesschulratspräsidentin Meixner besucht die Vorbereitungsklasse der Fachschule Grabenstrasse.

    © Caritas

  • Landesschulratspräsidentin Meixner besucht die Vorbereitungsklasse der Fachschule Grabenstrasse.

    © Caritas

  • Landesschulratspräsidentin Meixner besucht die Vorbereitungsklasse der Fachschule Grabenstrasse.

    © Caritas

  • Landesschulratspräsidentin Meixner besucht die Vorbereitungsklasse der Fachschule Grabenstrasse.

    © Caritas

  • Landesschulratspräsidentin Meixner besucht die Vorbereitungsklasse der Fachschule Grabenstrasse.
  • Landesschulratspräsidentin Meixner besucht die Vorbereitungsklasse der Fachschule Grabenstrasse.
  • Landesschulratspräsidentin Meixner besucht die Vorbereitungsklasse der Fachschule Grabenstrasse.
  • Landesschulratspräsidentin Meixner besucht die Vorbereitungsklasse der Fachschule Grabenstrasse.

Voneinander und miteinander lernen

Die gesamte Schulgemeinschaft profitiert von diesen Begegnungen: Voneinander und miteinander lernen. Die ersten beruflichen Pläne nach der Flucht werden bereits geschmiedet. Das nötige Basiswissen für einen Übertritt in weiterführende Schulen im nächsten Schuljahr kann in diesem Lehrgang vermittelt werden.

 

Bildung als Schlüssel zur Integration

Bildung als Schlüssel zur Integration, zusammen leben und lernen als Vorbereitung auf den Alltag in der Berufswelt, all dies wird an der Fachschule der Caritas praktisch gelebt und erlebt.